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 Betreff des Beitrags: Re: [Kommentare] Jenseits der Welten
BeitragVerfasst: 1. Jan 2015 03:46 
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Wieder sorry für die verspätete Rückmeldung, da musste schon ein neues Jahr kommen! Die Uni und alles … ;) Der Cliffhanger war ja zu erwarten, aber sehr schön auf den allerletzten Satz aufgespart! Die Politik von Crystal in the Bay ist auch sehr interessant. Jahreszahlen sind mir grundsätzlich ziemlich egal, 3### sieht auch nicht schlecht aus! :)

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 Betreff des Beitrags: Re: [Kommentare] Jenseits der Welten
BeitragVerfasst: 1. Jan 2015 21:15 
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Magier
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Bei mir ist das Problem, dass ich aktuell schwer sagen kann, was eigentlich auf was folgte und wie und weshalb, daher werde ich das neu aufarbeiten müssen. Immerhin ist das ganze Kapitel drei, wo die Mönche mit Simeon reden voller Jahreszahlen, die einfach nicht richtig sein Können. Zudem will ich eine Halbwegs logische Vorgeschichte der Grenzwelt haben - in der Raudh (nach der der Mount Raudh benannt ist), der Architeekt, der Prophet, ein Kerl namens Rafol und mehrere weitere recht langlebige Personen eine Rlle spielen werden. Ich bin ein wenig mit den Zeitangaben durcheinandergekommen, das ist dafür nicht gut.


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 Betreff des Beitrags: Re: [Kommentare] Jenseits der Welten
BeitragVerfasst: 1. Jan 2015 23:01 
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Ich mach mir die Sachen immer einfach, indem ich keine oder nur sehr schwammige Angaben („vor Jahrzehnten“ u. ä.) mache. Meistens lässt sich so viel umgehen! ;) Tolkiens Kalender mit den Zeitaltern ist faszinierend, aber würde mich sicher überfordern, wenn ich so was selbst entwickeln müsste!

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 Betreff des Beitrags: Re: [Kommentare] Jenseits der Welten
BeitragVerfasst: 2. Jan 2015 16:07 
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Magier
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Wahrscheinlich werde ich zunächst auf dieses System zurückgreifen müssen; zumindest fürs erste. Ein Kalender wäre gut, aber ich habe immer noch das Problem, dass ich mehrere Welten als Handlungsschauplätze habe, die verschieden lange Jahre und selbst bei gleicher Jahreslänge verschieden viele Tage pro Jahr haben...


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 Betreff des Beitrags: Re: [Kommentare] Jenseits der Welten
BeitragVerfasst: 16. Jun 2015 23:54 
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Magier
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Ein kurzes Kapitel aus dem "griechischen" Handlungsstrang ist dazugekommen. Mal sehen, wann ich das nächste numerische Kapitel fertigkriege, das zu einem großen Teil fertig ist.


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 Betreff des Beitrags: Re: [Kommentare] Jenseits der Welten
BeitragVerfasst: 7. Jul 2015 01:41 
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Super, danke, bin endlich dazu gekommen! Ich freue mich immer auf die Fortsetzung, nur brauche ich immer wieder eine Zeit, um den Anschluss zu finden (der bei den griechischen Kapiteln immerhin klar gegeben ist). :)

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 Betreff des Beitrags: Re: [Kommentare] Jenseits der Welten
BeitragVerfasst: 13. Jul 2015 19:36 
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Kapitel 12 über theorethische und angewandte Kirchenpolitik der Grenzwelt. Fragen zu den Kirchen - vor allem der heiligen lelenischen Kirche - sind vermutlich unvermeidlich.


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 Betreff des Beitrags: Re: [Kommentare] Jenseits der Welten
BeitragVerfasst: 4. Sep 2015 16:15 
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Oh, da hab ich jetzt aber lang gebraucht, sorry! :shocked: Hab's gelesen; wirklich sehr komplex und mit vielen Neueinführungen. :) Spannend. Wer hier aber auf wen angesetzt wird, ist mir nicht so recht klar; soll vermutlich so sein, oder? ;)

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 Betreff des Beitrags: Re: [Kommentare] Jenseits der Welten
BeitragVerfasst: 5. Sep 2015 00:31 
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Es soll nicht wirklich klar sein, aber ich habe auch nichts explizit verschleiert.


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 Betreff des Beitrags: Re: [Kommentare] Jenseits der Welten
BeitragVerfasst: 13. Okt 2015 21:23 
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Das nächste Kapitel wird etwas warten müssen. Ich bin gerade dabei, einige Sachen neu zu denken. Sie betreffen fast nur die Numerischen Kapitel, mit Darizan bin ich im großen und ganzen zufrieden, auch wenn auf dauer manche der Kapitel zusammengefasst werden; außerdem kommen noch ein paar Korrekturen und Erklärungen dazu.

Zu Kapitel 1: Es ist unwahrscheinlich das die Mönche die Einzigen sind, die die andere Welt bemerken. Zudem ist eine Söldnerarmee etwas zu wenig um die vermutete Katastrophe abzuhalten. Zudem wird der "Berührungspunkt" der Welten einfach so auf den Tisch gehauen, ohne erklärung und so weiter.
Zu Kapitel 2: Im Großen und Ganzen zufrieden.
Zu Kapitel 3: Simeon verdient ein Bisschen mehr Charaktertiefe. Die "Geschichtsstunde" muss geändert werden.
Zu Kapitel 4: Tun Deke und Gen Zutre spielen bisher nur eine geringe Rolle und außerdem benötigt das Kapitel ein paar "Updates". Vielleicht kommt noch eine weitere Sequenz die eher wenig mit den Haupthelden zu tun hat an hinein
Zu Kapitel 5: Benötigt minimale Veränderungen.
Zu Kapitel 6: Hunos auftauchen muss "organischer" und mit mehr zwischenschritten vonstatten gehen. Vielleicht über mehrere Kapitel verteilt, also deutlich Später in der Geschichte.
Zu Kapitel 7: Wie von Silente bereits angemerkt, war das Kapitel etwas hastig geschrieben worden. Mehr Tiefe, mehr Breite, vielleicht mehr Länge.
Zu Kapitel 8: Benötigt ein paar kleine veränderungen, größtenteils weil das Clansystem von Dó Arrag sich etwas geändert hat.
Zu Kapitel 9: Bisher bin ich mit Osnira ganz zufrieden. Hat vielleicht etwas damit zu tun, dass sie so gerne mit Freude-Magie arbeitet ;-)
Zu Kapitel 10: Auch ganz zufrieden, Huno soll vielleicht in der Schlacht auftauchen. Ein paar Personen verdienen ein wenig Tiefe.
Zu Kapitel 11: Die Blutschneise werde ich wahrscheinlich rausnehmen müssen oder in der Bedeutung reduzieren. Die Grenzwelt steuert sowieso schnell genug auf den Abgrund zu. Ein wiederaufflammen des Tenkausil-Lelen-Krieges reicht da. Rein technisch gesehen kann ich dóVan nicht an drei Fronten gleichzeitig einsetzen.
Zu Kapitel 12: Bisher ganz zufrieden.

Meinungen, Anregungen etc?


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 Betreff des Beitrags: Re: [Kommentare] Jenseits der Welten
BeitragVerfasst: 14. Okt 2015 01:43 
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Sehr spannend, die Überarbeitungen auch live miterleben zu können! :) Man sieht, wie aufwändig so ein Entstehungsprozess sein kann.

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 Betreff des Beitrags: Re: [Kommentare] Jenseits der Welten
BeitragVerfasst: 17. Okt 2015 23:27 
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Kapitel 1 wurde gründlich überarbeitet und ist nun meiner meinung nach viel logischer.

EDIT: kann man das irgendwie verlinken?
EDIT2: verlinkt


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 Betreff des Beitrags: Re: [Kommentare] Jenseits der Welten
BeitragVerfasst: 1. Dez 2015 00:49 
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Hab's jetzt nochmal durchgesehen, es ist aber definitiv zu lange her, dass ich die erste Fassung gelesen habe, daher fehlt mir jetzt der Überblick über die Änderungen im Detail. ;)

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 Betreff des Beitrags: Re: [Kommentare] Jenseits der Welten
BeitragVerfasst: 1. Dez 2015 20:31 
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Alte Fassung:
Wo waren die verdammten Handschuhe hin? Kad Roogi Zuzaneel drehte sich mehrfach um die eigene Achse und beobachtete alle vorhandenen Oberflächen im Zimmer. Als er festgestellt hatte, dass diese sich nicht in seinem Blickfeld befanden sah er erst unter dem Tisch, dann unter dem Bett nach und fand sie schließlich unter dem Bücherregal. Schleierhaft, wie sie dorthin gekommen waren. Es war, als wären die Handschuhe lebendig und würden mit ihm jeden Morgen aufs neue Verstecken spielen. Er hatte sie sogar schon das eine oder andere Mal an Orten wie dem Papierkorb oder sogar in seinem Wandtresor gefunden. Wie er sie dort je hätte hinlegen können, war ihm schleierhaft. Er streifte sich langsam den schwarzen linken und den grauen rechten Handschuh über. An Handschuhen konnte man sehr viel über einen Menschen erkennen: Der Linke war fast immer schwarz, der Rechte variierte je nach Gesellschaftlicher Gruppe: Bürger trugen schwarze, Arbeiter braune, Soldaten rote, Adlige Purpurne. Ein Grauer Handschuh wies auf einen Geistlichen hin. Der eingestrickte goldene Kreis auf der Handfläche wies ihn als einen Kad aus, das weiße Zeichen auf der Rückseite, das wie vier ineinander verwobene gewundene Linien um einen Punkt aussah, als ein Mitglied des Klosters der Lichten Chronisten.
Die Lichten Chronisten hatten sich dazu verpflichtet alles Wissen, das sie fanden, aufzuschreiben. Roogis Blick wanderte zum Tisch, auf dem sein Buch lag. Studium der Alchemistischen Schule der Meisterin Def-Annesh. Faszinierend, was die Alchimistin ihm an Material gegeben hatte. Solange Def-Annesh leben würde, würden die Lichten Chronisten das Buch sicher verwahren, nach ihrem Tod würde es in der Bibliothek öffentlich verfügbar sein.
Leider war seine Aufgabe an diesem Morgen wesentlich weniger angenehm als das Zusammentragen alchemistischen Wissens. Er sah kurz in den kleinen Spiegel an der Wand. Ein weiß-blauer Mantel lag über einem einfachen schwarzen Hemd und grauen Hosen. Eine Unendlichkeitsschleife aus Silber hielt den Umhang zusammen. Das blonde Haar kurz geschnitten. Es war nicht die Aufgabe eines Kads aufzufallen.
Allerdings fiel Kad Roogi mit seinen zwei Metern Höhe immer auf, außer wenn irgendeine exotische Lebensform anwesend war, und selbst dann war er nicht zu übersehen. Er trat aus dem Zimmer heraus und durchquerte einen Gang, der durch hohe spitze Fenster beleuchtet wurde. Normalerweise genoss er den Ausblick auf die Türme der Silbernen Kathedrale, die hundert Meter vom Sitz des Kads von Maschun in den Himmel ragten. Zwei Priester standen am Ende des Ganges. Eine alte, relativ sinnlose Tradition besagte, dass ein Kad immer zwei Priester in seiner Nähe haben sollte. Er begrüßte sie mit einem Nicken, worauf beide ihm folgten. Roogi blieb am Ende des Ganges stehen. Die Seilbrücke zum Kloster der Lichten Chronisten schwang gemächlich im Wind hin und her. Er zögerte wenige Augenblicke und bewunderte das schwebende Gebäude aus weißem Marmor, in den Malachit und Lapislazuli eingearbeitet waren. Maschun war eine prächtige Stadt. Sein Blick schweifte über das Häusermeer Vierhundert Meter unter ihm. Dann setzte sich der Kad in Bewegung. Seit über zehn Jahren ging er den Weg Tag für Tag, und dennoch wurde ihm von der immensen Höhe schwindlig…er versuchte nicht an die Geschichten von früheren Kads zu denken, die angeblich in die Tiefe gestürzt waren. Denn die Seilbrücke war ungefähr einen Meter breit dafür aber über hundert Meter lang, sie bestand aus irgendwelchen dehnbaren und hochstabilen Spezialseilen und Trittbrettern aus buntem Kristall. Das Geländer verlief allerdings nur an der linken Seite. Außerdem schwang die Brücke bei jedem Windstoß auf Ständig neue Art hin und her. Bei Sturm oder gar bei einem Gottesorkan traute sich kein Mensch drauf, was Roogi manchmal veranlasst hatte, sein Haus tagelang nicht zu verlassen, oder umgekehrt im Kloster zu sitzen und auf die Möglichkeit einer Überquerung zu warten. Im Winter fror die Brücke ein, und machte den Weg jedes Mal aufs Neue zu einem rutschigen Abenteuer…nur in der Feuerwoche war die Brücke praktischer als der Weg durch die Straßen, denn sie befand sich oberhalb der Feuerwolken, weswegen diese ihr nichts anhaben konnten.
In der Mitte begann die Brücke regelrechte Pirouetten zu schlagen, sie hing fast waagerecht in der Luft und schüttelte sich wie ein nasser Hund. Das schlimmste war: der Wind wehte von rechts. Einer der Priester murmelte einen recht unanständigen Fluch, für den Roogi ihn zu jedem anderen Zeitpunkt getadelt hätte; hier oben galten für alle Sachen, darunter auch für Flüche, andere Maßstäbe, und so sagte er nur: „Es wäre mir lieber, wenn Sie beim nächsten Mal einen weniger vulgären Ausdruck als beschissen gebrauchen würden.“
„Ist verdammt in Ordnung?“
„Meinetwegen. Oder gottverdammt, wenn Sie wollen“
„Also gut: diese gottverdammte Brücke wird mich – oder uns alle – noch umbringen!“
„Derselben Meinung bin ich auch“, sagte der zweite Priester.
Roogi konnte sich ein kurzes Lachen nicht verkneifen. Er kannte Mönche, die das Priestertum mit der Begründung abgelehnt hatten, möglicherweise irgendwann zum Dienst im Haus vom Kad eingeteilt zu werden. Während er sich mit beiden Händen am Geländer festklammerte, versuchte er nicht nach rechts, also nach unten zu sehen. Langsam kamen die drei wieder auf eine geradere Strecke, und erreichten leicht ausgelaugt das Kloster. Von hier aus sah das schwebende Haus des Kads aus wie ein weißer Quader aus.
„Gut angekommen, Brüderchen?“, fragte eine fröhliche Stimme aus der Tür heraus. Noogi, Roogis älterer Bruder und Abt des Klosters erwartete das Trio.
„Wann hast du die Brücke zuletzt bei Wind dieser Stärke überquert?“
„Das letzte Mal liegt vier Jahre zurück“
„Dann frag nicht sondern mach einen Lauf zur Mitte und zurück“
„Gut, ich lasse lieber das Fragen.“
Die Brüder sahen sich bis ins Detail ähnlich, nur trug Noogi die Amtstracht eines Abtes, was im Klartext hieß, dass sein Mantel nicht weiß-blau sondern weiß-grün war, ansonsten sahen beide Trachten gleich aus. Und das Symbol auf dem Handschuh war natürlich ebenfalls verschieden, ein Abt hatte statt einem Kreis drei ineinander verschlungene goldene Ringe.
„Sind die Gäste da?“
„Vor fünf Minuten in der Amethyst-Turmkapelle eingetroffen“
„Und Toogi?“
„Auch dort“

Die Brüder liefen los, Roogi von Priestern, Noogi von zwei Prioren begleitet. Sie durchquerten das gesamte Obergeschoss des Klosters, liefen mehrere Treppen herab, und erreichten eine der acht Brücken, die vom Kloster zu der Kathedrale führten. Diese waren allerdings breiter, stabiler und vor allem überdacht.
Mehrere Mönche begegneten ihnen, aber sie waren es gewohnt, die Zuzaneel-Brüder durch Kloster oder Kathedrale laufen zu sehen. Eigentlich schenkte niemand einem laufenden Kad oder Abt innerhalb eines Klosters Beachtung. Die Mönche waren darin vertieft, einander über irgendwelche Themen auszufragen, um sie in die Chroniken niederzuschreiben. Roogi sah sogar einen, der so viele Bücher schleppte, dass er darunter kaum zu erkennen war.
Der Weg zwischen Kloster und Kathedrale war wesentlich länger als der zwischen dem Haus vom Kad und dem Kloster, und er führte ziemlich steil nach unten. Er endete in einem der vielen Türme der Kathedrale. Von dort aus ging es eine scheinbar unendlich lange Treppe abwärts, ein Labyrinth aus Gängen und Treppen lang, und zum Schluss eine noch längere Treppe hoch. Die Kathedrale bestand aus einer besonderen silbern schimmernden Art Marmor, doch die Kapellen in jedem der Türme waren innen mit Halbedelsteinen ausgekleidet - Onyx, Achat, Schildpatt und so weiter. Dieser Turm war innen mit Amethysten geschmückt, und in ihm befand sich eine Gedenkstätte an eine Heldin von der Insel Vórg nebst deren Grab.
Toogi erwartete sie. Er war der älteste der drei Zuzaneel-Brüder und hatte das Amt des Inqè inne, was hieß dass er für den Schutz der Kathedrale, des Klosters und der Stadt sorgen sollte, also das Geistliche Analog eines Generals. Die Amtstracht sah denen des Kads und des Abtes oder Kads ähnlich, nur hatte der Umhang eine rot-weiße Färbung. Tatsächlich war die Kirche im Land in vierundzwanzig Bezirke mit je einer Großstadt, einer Kathedrale und einem Kloster unterteilt, denen je ein Inqè, ein Kad und ein Abt vorstanden. In zwölf Bezirken waren alle Geistlichen Männlich, in den anderen zwölf weiblich. Die korrekten weiblichen Bezeichnungsanaloge für Inqè und Kad lauteten Inqî und Kee.
Normalerweise wurden ein Inqè, ein Kad und ein Abt aus verschiedenen Bezirken ausgewählt, die als primi inter pares mit der Leitung der Kirche landesweit beauftragt waren. Die macht dieses Trios war oft größer als die des Königs von Zuona. Hoch-Inqî Zenno, Erster Kad Tredi und Oberäbtissin Hiolo waren ein gutes Dreiergespann, mäßig zerstritten und durchaus weise. Königin Toono kam mit ihnen nur mäßig klar, was der Kirche nur recht war, denn es war nicht ihre Sache, den König zu unterstützen. Eigentlich war die Kirche sogar so mächtig, dass sie einen König nicht brauchte.
„Seid ihr bereit?“, fragte der Inqè seine Brüder. Beide nickten nur
Die drei drehten sich in die Richtung der Kapelle, und gingen los – Roogi vorne, links hinter ihm Noogi, rechts daneben Toogi. Dahinter lief ein Tross aus je zwei Priestern, Prioren und Tempelwächtern. Noogi drehte sich kurz zu ihnen um, und bat sie, vor der Kapelle zu warten. Dann betraten sie die Kapelle, deren Wände das Licht von einigen wenigen Kerzen in wunderschönen violetten Tönen zurückwarfen. Die Brüder standen vier Menschen gegenüber, allesamt recht ungleich zueinander. Erstaunen machte sich auf deren Gesichtern breit, als sie drei einander beinahe gleich sehende Personen sahen. Tatsächlich konnte man die Brüder nur an ihren verschiedenfarbigen Augen auseinanderhalten. Ein ehemaliger Abt hatte sie zu einem Alchemisten gebracht, der die Augen verschieden getönt hatte, damit die Mönche die drei auseinander halten konnten. Davor hatten alle drei graue Augen gehabt, nun hatte Roogi wasserblaue, Noogi grasgrüne und Toogi kastanienbraune.
Roogi ließ seinen Blick über die anderen Schweifen. Es waren keine Zuoni, und keiner von ihnen trug Handschuhe. Der erste war nicht sonderlich groß und ziemlich korpulent. Die braunvioletten Haare waren zu einem kurzen Zopf geflochten, der mit Harz so stark eingeschmiert war, dass er wie ein Stachel abstand. Er trug eine schwarze Jacke und rote Hosen mit gelben Streifen darauf. Auf der Brust hing ein goldenes Schmuckstück, das vermutlich dem persönlichen Zeichen des Mannes nachgebildet war, ein kompliziertes Muster aus geometrischen Figuren und chaotischen Linien. Roogi vermutete aufgrund der breiten Gesichtszüge, dass er aus den Steppen von Jaj´jaj´jan stammte.
Neben ihm stand eine Frau in einem grauen Kleid mit darauf befestigten Terrakottaplättchen. Ihre Hände waren durch alchemistische Eingriffe verändert worden: ihre Finger waren so optimiert, dass sie sich aufs Beste zum Umgang mit Pfeil und Bogen eigneten und die Armmuskulatur verstärkt. Auch eines ihrer Augen sah so aus, als würde es extra für den Fokus auf weite Distanzen konzipiert worden. Die dunklen Haare lagen in zwei Zöpfen hinter auf ihren Schultern. Drei kleine senkrechte Narben zwischen ihren Augenbrauen wiesen ganz eindeutig auf ihre Herkunft aus einem der kleinen Länder auf der Halbinsel Ka hin.
Dahinter stand ein Hüne, ebenfalls aus Ka stammend. Sein gesamter Körper war durch so viel Alchemie verändert worden, dass man kaum mehr das erkannte, wie der Mann vorher ausgesehen hatte. Er steckte in einer Plattenrüstung aus blauem Metall, nur sein Brustpanzer war rot und mit dem Symbol der aufgehenden Sonne geschmückt. Seine Augen waren dunkelviolett und wiesen auf enorme Intelligenz hin.
Die vierte im Bunde war Roogi unheimlich. Er hatte noch nie einen der Katzenmenschen aus Dargan Mun gesehen, und war zutiefst überrascht, hier eine Repräsentantin dieser Art zu sehen. Die Frau trug eine schwarze Jacke und eine Hose selber Farbe. Ihr Haar war rabenschwarz und nicht sehr lang. Der Körper schien eine für Menschen unerreichbare Anmut zu besitzen. Jede ihrer Bewegungen war geschmeidig und gezielt, und ihre Augen in einem Pantherartig nach vorne strebendem Gesicht leuchteten wie Bernsteine; die Pupillen sahen dazwischen wie dunkle Abgründe aus. Die Finger der Frau liefen in nadelspitzen Nägeln aus. Ein langer Schwanz verstärkte noch ihr pantherähnliches Aussehen.
Einige Augenblicke herrschte Stille.
Dann sagte der Jaj'jaj'janer langsam: „Niemand hat uns gesagt dass es drei von euch gibt“
Roogi lächelte: „Nun, wir sind eben drei, Dú Juhh. Außerdem wissen Sie wie jeder andere dass es immer einen Inqè, einen Abt und einen Kad gibt. So müssen Sie sich nicht drei Gesichter merken.“
Juhh lächelte: „Auch wieder wahr. Darf ich meine Begleiter vorstellen? Saniz, der Leiter der schweren Infanterie unserer Armee. Daaz, die Leiterin der Bogenschützen. Und Fchervierallr, erste Schattenkämpferin.“
Die anderen drei nickten. Juhh setzte die Unterhaltung fort: „Warum haben Sie uns kommen lassen?“
„Wir brauchen eine Armee“, sagte Toogi „Es wird bald – sehr bald – ein neuer Krieg beginnen.“
„Gegen wen?“, fragte Daaz.
„Wir wissen es nicht“, sagte Roogi „Wir wissen nur, dass vor einigen Tagen eine seltsame Schwingung den Zwischenweltraum erschüttert hat; die Durchgänge zu einigen Welteninseln sind eingebrochen oder unpassierbar. Außerdem ist plötzlich eine neue Welt in unser Blickfeld geraten.“
„Ähnliches passiert häufig“, sagte Juhh „Alle fünf bis zwanzig Jahre einmal“
„Stimmt, aber die Welten errichten normalerweise nicht mit rasendem Tempo Brücken zu den Welteninseln und brennen sie innerhalb von wenigen Stunden nieder“
„Ist das passiert?“
„RehiJa-m-Op, Nung´schi und Ferresal sind vollkommen ausgelöscht“, sagte Noogi „Unser oberster Telepath ist fast wahnsinnig geworden wegen der vielen Hilfeschreie“
„Gestern haben wir uns nach Ferresal vorgewagt“, sagte Toogi „Die Einwohner sind auf mannigfaltige Arten umgebracht worden. Und eine seltsame Sache – sämtliche, auch noch so geringen magischen Artefakte waren verschwunden. Oder auch die Größten - man hat sogar den ganzen Hauptplatz von Ferrej auseinandergenommen.“
„Mein Gott!“
„Und die Welt befindet sich auf dem geradesten Kurs hierher“
„Wo wird der Durchgang voraussichtlich entstehen? Und wann?“, flüsterte Juhh entsetzt.
„Vermutlich in den Bergen von Ozup, nahe Kass, nordöstlich von Jaj´jaj´jan. Voraussichtlich in einer oder anderthalb Wochen“
Juhh flüsterte: „War dort nicht im Invasionskrieg das Tor?“
Die drei Brüder nickten.
„Hat sich Terra schon dazu geäußert?“, fragte Saniz.
„Sie haben die Welt nicht in ihren Registern“, sagte Roogi „Vermutlich zählt sie noch zu den Welten der ersten Welle, die nicht registriert wurden“
„Und Durchgänge zu anderen Welten?“
„Keine bekannten“
„Das riecht für mich nach großer Gefahr“, zischte Fchervierallr „Machen wir es, Dú Juhh?“
Der Söldner lächelte: „Kommt wie immer auf die Bezahlung an“
Noogi trat an die Wand heran, und drückte auf eine bestimmte Stelle. Eine Bodenplatte schob sich zur Seite, und eine Truhe wurde von einer zweiten Platte hochgeschoben. Toogi klappte den Deckel der Truhe auf, und fragte: „Wie viel verlangen Sie?“
Juhhs Mund klappte auf und zu, zweimal hintereinander. Die Truhe war mit kleinen, elliptischen Glasperlen gefüllt, in denen farbige Zeichen eingelassen waren, die wegen der in ihnen gespeicherten Magie leuchteten.
„Wie viel ist das?“, fragte er dann.
„Geschätzt vierzigtausend Saada, also circa ein Ginont“, sagte Roogi.
Juhh nickte: „Ich denke, das ist ein akzeptabler Preis dafür, das wir vermutlich alle sterben werden“
„Sie erhalten nochmal zwei Ginont für Ausrüstung“
Juhh fiel die Kinnlade weit herunter.


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 Betreff des Beitrags: Re: [Kommentare] Jenseits der Welten
BeitragVerfasst: 1. Dez 2015 20:57 
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Okay, also der Prophet; ja, der kam mir so gar nicht bekannt vor. :)

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